Was es heißt, in Quarantäne zu sein

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Sehen wir es mal positiv: noch nie hat sich die Wohnungsmiete so gelohnt wie im Jahr 2020. Nie hatten wir mehr Zeit zur einsamen Selbstfindung. Und noch nie haben wir uns gefühlt, als wären Gestrandete auf einer Insel, abgeschottet von einer Welt, der wir mit unserer Nähe gefährlich werden könnten. Von allen Beschränkungen und Veränderung, die mit der Corona-Pandemie auf uns zukamen, hat mich eine am meisten beschäftigt: die Quarantäne.

Stand Jetzt befand ich mich im Jahr 2020 drei Mal, insgesamt 27 Tage in sogenannter Schutzquarantäne. Das ist keine besonders hohe Bilanz, in Anbetracht der Tatsache, dass ich mir mein Zuhause mit 313 Menschen teile. Was habe ich erwartet? Dass Corona an der Eingangstür umdreht, weil auf dem Schild „Katholisches Wohnheim“ steht und wir junge Menschen es momentan schon schwer genug haben? Eher nein.

Das erste Mal begab ich mich am 22. März 2020 in Quarantäne, als eine Freundin, mit der ich zwei Tage zuvor engen Kontakt hatte, Corona-typische Symptome zeigte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Fallzahlen in Freiburg noch verhältnismäßig gering, aber in mir nagte trotzdem ein schlechtes Gefühl. Die nächsten sechs Tage ging ich nicht mehr vor die Tür, ließ meine Mitbewohner für mich einkaufen. Am siebten Tag bekam meine Freundin ihr Testergebnis: positiv.

Damit endete auch die gemütliche Zeit mit meinen Mitbewohnern, und ich lernte die Innenwände meines 12-Quadratmeter-Zimmers noch einmal intensiv kennen. Vieles ging mir in dieser Zeit, in der Corona noch neu und unerforscht durch die Gesellschaft zog, durch den Kopf. Als mein Arzt mich am 30. März 2020 testete, hoffte ich inständig auf ein positives Ergebnis, so wäre der ganze Spuk für mich schnell vorbei gewesen, und das auch noch ganz symptomlos. Aber den Gefallen tat mir Corona nicht. So war ich am 01. April 2020 wieder frei, hakte das Thema „Zimmerquarantäne“ in meinem Kopf für mich ab, und war dankbar um alle meine Freunde und ihre vielen Anrufe, die die Quarantänezeit im Flug hatten vorbei gehen lassen.

Stranden auf einer einsamen Insel

Die nächsten sieben Monate spielte das Thema Quarantäne keine Rolle mehr, aber das Gefühl, für andere eine Gefahr darzustellen, konnte ich nicht vergessen. Vor allem, wenn ich mal erkältet war, kam es hoch und flüsterte mir „Was wenn…“-Gedanken in allen Variationen zu. Auf einer Reise mit meinen Mitbewohnerinnen an die Nordsee war die erste Station eine Emdener Arztpraxis – weil ich Halsschmerzen hatte, und befürchtete, unwissend zur größten Superspreaderin Niedersachsens zu werden.

Knapp sieben Wochen später war es wieder soweit: mein zweiter enger Kontakt mit einer nachweislich infektiösen Person, das zweite Mal Geschirr- und Besteckzusammenpacken und ab ging´s in die Zimmerquarantäne. Das war die Zeit, in der ich mich tatsächlich gefühlt habe, wie eine Schiffsbrüchige auf einer einsamen Insel (nur ohne Karibik und Sandstrand leider). „Du bist eine Gefahr!“ schien es vom Meer zu hallen, während ich mit Maske zu meinen dreißigminütigen Küchenzeiten über den Gang lief. Dass meine achtzehn Mitbewohner ihr ganz normales Leben in Gemeinschaft weiterführen konnten, während ich tagein tagaus meine Wände anstarrte, war schwer auszuhalten.

Die Krux an der Quarantäne ist die: wenn du gezwungen bist, etwas zu tun, dann willst du nicht. Wenn du nur im Bett liegen und Netflix schauen kannst, willst du plötzlich einen Tagesausflug zum Schauinsland machen. Wenn du nicht mit deinen Mitbewohnern zu Abend essen darfst, würdest du am liebsten den ganzen Abend mit ihnen im Wohnzimmer sitzen. Wenn du sie nicht sehen darfst, vermisst du die Welt da draußen plötzlich wie verrückt. Auch wenn du ohne Quarantäne gar nicht viel mehr von ihr hättest. Ich hab mich selbst nicht verstanden. Ich hatte in den letzten Monaten oft Momente, in denen ich mir liebend gerne mehr Zeit für mich genommen, oder von morgends bis abends an meinem Buch geschrieben hätte, ohne mich dafür rechtfertigen oder Freunden absagen zu müssen. Aber jetzt, wo ich alles das problemlos hätte tun können, verharrte ich regungslos und zählte die Stunden, bis es vorbei war.

Viel unangenehmer als die lähmende Tatenlosigkeit blieb die Tatsache, dass ich potentiell eine Gefahr sein sollte. Dass mich meine beste Freundin in meiner Traurigkeit und der Angst vor den Symptomen nicht umarmen konnte, sondern drei Meter weiter auf dem Gang stehenbleiben musste.

Bevor Corona in unser Leben kam, war der Begriff „Quarantäne“ nichts, was uns direkt betreffen könnte. Das Konzept, mit seiner bloßen körperlichen Nähe eine Gefahr für andere darzustellen, ist etwas völlig Neues für uns. Deswegen kann es schnell passieren, dass das Unterbewusstsein falsche Schlüsse zieht, und Dinge umdeutet, um sie besser zu verstehen. Wenn ich an den Abenden alleine in meinem Zimmer saß, fühlte ich mich oft verletzt und zurückgestoßen, so als würden meine Mitbewohner mich nicht mehr sehen wollen und sich absichtlich von mir entfernen. Nicht dass sie mir ansatzweise dieses Gefühl vermittelten – aber mein Gehirn konnte die Situation in diesem Moment nicht anders einordnen. Sobald ich diesen Trugschluss meines Verstandes durchschaut habe, ging es mir besser. Als an Tag Sieben meiner Quarantäne das negative Testergebnis eintraf, und ich zumindest mit meinem Stockwerk wieder vereint war, habe ich deswegen ein Stück weit meine Angst vor der Quarantäne verloren.

Gemeinschaftliches Alleinesein

Gott sei Dank – denn ich war genau drei Wochen frei, bevor das Unheil erneut über uns kam. Nur dass dieses Mal ein paar mehr Leute zusammen auf der Insel gestrandet sind. Nice, dachte ich, als unser erster Mitbewohner positiv getestet wurde, zwei Wochen mit dem Stockwerk sind auszuhalten. Und gar nicht so viel anders als davor, denn Lockdown ist schließlich Lockdown, oder wie ein Mitbewohner von mir sagen würde: Its Corona f*cking Virus. Nur schade, dass sich in den nächsten Stunden abzeichnete, dass wir die Insel unter uns vierzehn, die gerade im Wohnheim waren, aufteilen mussten, um uns fortan nicht mehr zu begenen. Was Sinn machte- ansonsten hätten wir uns wohlmöglich alle brav der Reihe nach angesteckt, und nicht nur den Dezember, sondern auch noch Neujahr und Ostern in Quarantäne verbracht.

Stichwort ewiglange Quarantäne – wir können ja so froh sein, dass sich der Begriff ´Quarantäne´mittlerweile von seinem Ursprung, dem Lateinischen „quadraginta“ entfernt hat. Damals im Spätmittelalter mussten sich Reisende nach ihrer Ankunft in eine vierzigtägige Absonderung begeben, um ihren Zielort nicht mit der Pest zu versuchen. Selbst im alten Testament wird schon von der Quarantäne berichtet.

Ein paar Jahrtausende weiter hatten wir das Glück, in die neue Landesverordnung Baden-Württembergs zu fallen, die Kontaktpersonen von Covid-19-Infizierten nach zehn Tagen aus der Quarantäne entlässt. Was in diesen zehn Tagen passierte, war wohl die verrückteste Zeit, die unser Stockwerk je erlebt hat. Wir hatten hunderttausend Fragen zu beantworten. Die Präsentesten davon: Wie teilen sich vierzehn Menschen eine Küche, ohne sich gegenseitig anzustecken? Und wer von uns ist wohlmöglich unwissentlich schon Superspreader? Es folgten: Zoom-Sitzungen, Küchenzeiten und Essensgruppen. Der Gemeinschaftsbereich verwandelte sich in ein hochsteriles Alaska. In der Zugluft frierend und mit Maske machten wir uns was zu essen, wünschten uns guten Appetit und verschwanden wieder in unsere Zimmer. Abends schlichen wir am dunklen Wohnzimmer vorbei, wo sonst immer der Fernseher lief oder wir Wizard spielten oder Party machten. Die ganze Pandemie über hatten wir wenigstens uns gehabt – unseren 19-köpfigen Haushalt. Jetzt war ein Stück weit jeder alleine.

Die ersten fünf Tage über waren Aufwachen, Einschlafen und die 12 bis 14 Stunden dazwischen äußerst strapaziös. Neuigkeiten gab es quasi ständig – entweder weil Leute krank wurden, oder weil in der WhatsApp-Gruppe wieder ein „Ich bin positiv“ eintraf.

Ein paar ernstgemeinte Worte

Als ich dann beim Hausarzt war, um mir zum sechsten Mal ein Wattestäbchen in den Hals rammen zu lassen (Ich warte bei Bioscientia mittlerweile auf Treuepunkte), fragte mich eine Arzthelferin, wie es meinen infizierten Mitbewohnern denn ginge. „Schlecht“, sagte ich, und übernächtigt und mitgenommen wie ich war, kamen mir dabei fast die Tränen. „Ich nehme Corona jetzt noch hundert Mal ernster.“ Sie sah mich mitfühlend an. „Das denke ich nämlich auch. Es ist eben nie einfach nur harmlos.“

Ich weiß, dieses Thema wird in den sozialen Netzwerken totgetreten. Trotzdem sage ich es nochmal: Nehmt.das.Virus.ernst. Bitte. Es geht um Menschenleben. Um Solidarität. Und darum, dass wir nur zusammen aus dieser Krise kommen, wenn wir alle mitmachen. Mein guter Freund, der vor drei Wochen noch auf einen Halbmarathon trainiert hat, wurde durch Corona meilenweit zurückgeworfen. Manche Leute warten nach einem halben Jahr noch darauf, dass ihr Geschmackssinn zurückkehrt. In Deutschland sind in den letzten 24 Stunden fast 500 Menschen gestorben. Viele viele weiteren Menschen werden für immer Verletzungen dieser Pandemie davon tragen – körperlich wie seelisch. Wer sich in diesem Wissen den zur Linderung angesetzten Maßnahmen widersetzt, sich für wichtiger, besser, schlauer hält, der nimmt bewusst Leid in Kauf. Das ist etwas, das ich bei bestem Willen nicht verstehen kann, und nicht verstehen möchte. Ich will nur, dass das aufhört.

Zurück zu mir: ich saß im Sprechzimmer und fühlte mich kurzzeitig wie eine Schwangere, die auf das zweite Strichchen auf dem Teststreifen wartete. Denn um ehrlich zu sein: ich hätte die Sache echt gerne durch gehabt. Ich würde so gerne wieder jederzeit sorglos zu meiner Familie in die Heimat fahren. Aber der zweite Streifen auf dem Schnelltest blieb aus – auch nach diesem dritten intensiven Kontakt mit einer infektiösen Person war ich wieder einmal negativ. Ich warte noch auf eine logische Erklärung, wenn jemand eine hat – gerne her damit.

Irgendwann war es soweit: alle Testergebnisse waren da, und die Geschwindigkeit der Ereignisse ließ langsam nach. Ab da hieß es aushalten. Aushalten, den Schnee auf den Bergen nur vom Fenster aus zu sehen, auf die Einkäufe und Müll-Runterbringdienste unserer Freunde angewiesen zu sein, aushalten, dass es manchmal langweilig hochtausend war. Skribbl und OnlineWizard sind unsere besten Freunde geworden, und es wird vermutlich richtig ungewohnt sein, im echten Leben nicht mehr alle 40 Minuten von einem ablaufenden Zoom-Meeting unterbrochen zu werden.

Als 11 Tage nach Beginn des Dramas alles vorbei war, fühlte es sich an wie das Happy Ending in einem Film. Um Punkt vor Mitternacht schlichen wir uns durch die Gänge des Wohnheims nach draußen. Alles war krass: die Dreisam rauschen zu hören, uns ohne Maske zu sehen, zusammen zu sein, draußen rumzulaufen wie ganz normale Menschen. Niemals hätte ich mir an Neujahr träumen lassen, dass eine Nacht auf den Straßen von Freiburg-Ebnet mal zu den besten des Jahres zählen würde.

Bei uns ist letztendlich alles gut ausgegangen. Gut im Sinne von: wir sind wieder raus, die Kranken sind fast wieder gesund, und wir als Stockwerk sind enger zusammengerückt als jemals davor. Bei hunderttausend anderen Leuten geht gerade überhaupt nichts mehr gut. Weil Corona unberechenbar ist. Und so, so ungerecht.

Genau deswegen müssen wir es aushalten, in Quarantäne beziehungsweise im Lockdown zu stecken. Ich sage nicht, dass das leicht ist. Es liegt in unserem Innersten, dass wir uns nicht freiwillig einsperren und absondern wollen. Und es ist völlig ok, sich schlecht zu fühlen, auch wenn es andere vermeintlich härter getroffen hat. Wichtig ist, dass wir nicht aus dem Auge verlieren, was das Ziel ist: ein Leben ohne Corona, mit so vielen Überlebenden wie möglich. Das wird so schön, das ist es Wert, darauf zu warten. Und wenn es vierzig Tage sind.


So take my hand, don´t be afraid, this too shall pass, this too shall pass, and we´ll get through it all together. Let´s love – Sia, David Guetta

DANKE an dieser Stelle an mein Stockwerk. Auch wenn wir uns eventuell etwas geirrt haben, was dieses Conora betrifft – wir haben die Krise bestens gelöst. Danke an alle lieben Helfer aus dem Alban, die in den letzten elf Tagen dafür gesorgt haben, dass wir nicht verhungert, oder in unserem Müll ertrunken sind. Wir wünschen es euch nicht, aber sollte euch dasselbe passieren – wir revanchieren uns!

Quarantäne-Survival-Tipps

  1. It´s okay not to be okay. Ohne Witz. Sich immer wieder zu sagen, dass es andere viel härter getroffen hat, und die eigenen Probleme nicht groß genug sind, macht häufig leider nichts besser. In diesem Moment fühlst du dich schlecht – lass es zu. Du darfst so fühlen, ohne dass du damit jemandem wehtust. Pass nur auf, dass es dich selbst nicht langfristig im Griff hat. Als ich im November als einzige Person meiner WG in Quarantäne war, habe ich mich außerdem oft dabei erwischt, eifersüchtig auf meine Mitbewohner zu sein, die vorne zusammen sein kontnen. Das war mir sehr unangenehm, ich wollte das nicht. Meine Mitbewohnerin hat dann immer wieder gesagt, dass das ok ist, dass sie dieses Gefühl nachvollziehen kann. Den Neid zuzugeben hat mir schon sehr viel geholfen.
  2. Quarantäne-Tagebuch Wenn euch ganz langweilig ist, fangt an, eure Quarantäne-Zeit festzuhalten. Freut euch darauf, euch die Aufzeichnungen nächsten Sommer anzuschauen, wenn der Wahnsinn hoffentlich halbwegs vorbei ist. Und schließlich müssen wir unseren Enkeln später auch in allen drastischen Details berichten, wie wir damals, 2020, wochenlang eingesperrt waren. („Also wirst du es wohl aushalten, einmal nicht feiern zu gehen ,Kind!“)
  3. Leistungsfähigkeit Quarantäne geht auch mit sehr viel mehr verfügbarer Zeit einher – eigentlich optimal, um Dinge zu erledigen, oder zumindest dem üblichen Pensum gerecht zu werden. Ich dachte das auch, und musste frustriert feststellen, dass oft das Gegenteil der Fall war. Aber im Ernst mal: eine Quarantäne ist immer ein Ausnahmezustand. Oft kommt ja noch die Frage hinzu, ob man selbst infiziert ist, und man rutscht in diesen anstrengenden Zustand, in dem bei jedem Halskratzen die Alarmglocken läuten. Zusätzlich fehlt jeglicher Ausgleich zum Pflichtteil des Tages. Nein, ihr müsst nicht in zehn Tagen eine spirituelle Reise zu euch selbst unternehmen und Bananenbrot backen und den Sonnengruß lernen. Lasst eure Tatenlosigkeit zu und seid nett zu euch – so wie ihr es zu jedem anderen Menschen wärt, mit dem ihr bis zu 14 Tage in einem Raum verbringen müsstet.
  4. To Do Liste Manche Aufgaben lassen sich natürlich nicht verschieben. Weil das Abhaken von ToDo-Punkten bekanntlich Wunder bei der Motivation wirkt, könnt ihr das ToDo-Listen-schreiben ins Äußerste ausreizen. Heißt: feiert auch die kleinsten Erfolge. Zum Beispiel: aus dem Bett aufstehen und angezogen sein.
  5. The final countdown Ich habe über meinem Schreibtisch eine Tafel hängen, auf der ich anstehende Ereignisse und Aufgaben festhalte. Als wir vor 11 Tagen in Quarantäne gelandet sind, habe ich alle Tage bis zu unserem Freispruch aufgelistet, und dann jeden Abend einen Tag durchgestrichen. Fühlt sich sehr gut an, lässt einen das Ziel nicht aus den Augen verlieren und macht stolz – ist ja schon eine stolze Leistung, so einen Tag zu überleben.
  6. Angewiesenheit Viele empfinden es in der Quarantäne als unangenehm, auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Mir hat es in solchen Momenten geholfen, mir vor Augen zu führen, dass meine Freunde mir wirklich gerne helfen möchten, und dass das Einkaufen und Müllbringen eine Möglichkeit dafür ist. Im Endeffekt profitieren von diesem Verhältnis also beide Parteien: ihr bekommt eure Nudeln mit Pesto bis vor die Zimmertür geliefert, und eure Freunde sind froh, wenigstens irgendwas tun zu können, wenn sie schon nicht das Corona in euch ausschalten können.
  7. In Bewegung bleiben Ohje, dass ich das mal sagen würde. Wer mich und meine sportliche Karriere kennt, zieht vermutlich gerade die Augenbrauen nach oben, aber ich schwöre, Sport hat mir wirklich gut getan. Ansonsten geht es mit dem Kreislauf nämlich relativ schnell bergab. Sportliche Betätigung sorgt für das Ausschütten von Glückshormonen, bietet eine willkommene Abwechslung und vermittelt euch das Gefühl, selbstbestimmt und aktiv euren Alltag zu gestalten. Meine Mitbewohner und ich haben uns deswegen abends zum zoom-Sport verabredet. Mit Screensharing funktioniert das wirklich ganz gut. Sagt Pamela Reif liebe Grüße von uns – wir haben immer noch Muskelkater.
  8. Social Life – so halbwegs Nach fast einem Jahr Corona und mitten im zweiten Online-Semester der Uni wissen wir alle, dass keine Plattform der Welt den persönlichen Kontakt mit anderen ersetzen kann Trotzdem tut es so, so gut, sich wenigstens über Zoom oder Telefon unterhalten zu können. Unsere Quarantäne hat sich außerdem zu eintausend Prozent verbessert, als wir angefangen haben, parallel zum abendlichen Zoom-Meeting zusammen Skribbl oder Wizard zu spielen. Auf brettspielwelt.de gibt es übrigens noch eine Millionen andere Spiele, die man auch jederzeit mit fremden Mitspielern antreten kann.
  9. Holt euch Hilfe! Wenn ihr merkt, dass euch die Situation überfordert, schreckt nicht davor zurück, euch Hilfe zu suchen. Auch wenn ihr euch vielleicht fühlt, als wäre euer Problem zu klein, um ernstgenommen zu werden: ist es nicht. Anlaufstellen wie die Nummer gegen Kummer unter 116111 oder andere Angebote von Telefonseelsorge helfen euch weiter. Wenn ihr studiert, könnt ihr häufig auch eine psychotherapeutische Beratung in Anspruch nehmen, die telefonisch erfolgen kann.
  10. Glück im Unglück So ätzend eine Quarantäne werden kann: im Gegensatz zu vielen vielen anderen Problemen hat sie ein amtlich beglaubigtes Ablaufdatum. Und glaubt mir: das wird ein schöner Tag. Nicht nur, dass ihr plötzlich vermeintlich alltäglicher Momente spüren werdet – wenn ihr nach zehn Tagen wieder draußen steht, werdet ihr vielleicht plötzlich innehalten und feststellen, dass ihr ein ganzes Stückchen stärker aus dieser Sache rausgekommen seid. Das wird passieren. Verspreche ich euch 🙂

Mein Name ist Tabitha Anna und ich bin 21 Jahre alt. Ich komme aus dem Süden von Baden-Württemberg und liebe es, zu lesen, zu schreiben und zu reisen. Seit Oktober 2019 studiere ich Sprach- und Literaturwissenschaft in Freiburg im Breisgau.