Scheiternde Integration LIVE | BloggerfuerFluechtlinge

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Das hier ist das, was man einen Spontanbeitrag nennt 😃 Ich bin noch an dem Bericht vom Europakonzil dran, ich denke er kommt Mitte der Woche…
Gerade bin ich auf unserem Bürgerball, und in der Stadt in der wir zur Schule gehen ist auch Fasnetsparty. Vielleicht habt ihr meinen Blogpost „Schwanzlurche auf arabisch “  (http://tabitha-anna.de/schwanzlurche-auf-arabisch-refugeeswelcome) gelesen, in dem ich vom Besuch im Asylcafé in der selben Stadt erzählt habe. Jetzt ist mir über Freunde, die auf dieser Party sind, zugekommen, dass gerade ein paar Flüchtlinge vom Asylcafé dort eingetroffen sind. Ihre Anwesenheit stößt auf der Party wohl auf großen Unmut. Stimmen wie „Was wollen die hier?“ Und „Können die nicht gleich wieder gehen?“ Werden laut. Ein Mädchen beklagt sich, sie würde sich „von denen total beobachtet fühlen“. Leute, jetzt mal ganz ehrlich. Bitte.kommt.auf.den.Boden.der.Tatsachen.zurück. Diese Flüchtlinge sind junge Leute, die gerade umgeben von Fasnet und Hochstimmung sind. Was ist da wohl das naheliegendste? Feiern gehen, ist doch klar. In unserem Alter will man Party machen, egal ob man aus Deutschland kommt, oder aus Syrien oder aus anderen Ländern. Klar unterscheiden sich in Punkto Feiern die Kulturen, aber dass sich diese Flüchtlinge dazu entschieden haben, zu dieser Party zu kommen, zeugt von Interesse an unserer Kultur. Und sind wir doch mal ehrlich: für Leute, die nicht aus dem Schwabenland kommen, ist diese „glückselige Fasnet „, die wir so sehr lieben, im ersten Moment vermutlich einfach nur befremdlich und verrückt. (So würde jedenfalls ich darüber denken) Was die Flüchtlinge heute auf der Party heute definitiv NICHT wollen, ist ,Probleme zu Schaffen. Sei es durch Taten wie die in Köln, oder durch Kiefer ausrenken und Kinder fressen. Ich glaube nicht, dass die Flüchtlinge groß Interesse an einer (mehr oder weniger enger) Kontaktaufnahme mit Menschen haben, die so einseitig und schlecht über sie denken, also so hart das jetzt auch klingt , nehmt euch bitte nicht so wichtig. Was ich hier mache, hat mit neutraler Berichtserstattung nicht mehr viel zu tun. Das ist Abrechnung ,und das weiß ich. Aber das ist bewusst, weil ich sauer bin. Wirklich sauer. Wenn der Besuch einer Party auf einmal als Verbrechen gilt , dann läuft etwas falsch, und leider ist es in diesem Fall die traurige Wahrheit. Alle reden davon, dass Flüchtlinge sich so oft abgrenzen und von Integration nichts wissen wollen, und dann machen Flüchtlinge den mutigen Schritt , lassen sich auf unsere Kulturen ein und gehen auf ein Fest, obwohl sie vielleicht schon wissen, dass sie dort auf Ablehnung stoßen könnten. Und was geschieht? Genau das. Ablehnung. Ich glaube, viele wissen gar nicht, dass der Teufelskreis der momentanen Situation genau hier beginnt, bei scheiternder Integration. Finden Flüchtlinge keinen Anschluss, kommt es zur sogenannten Ghettobildung. Aus dieser entwickeln sich Gewalttaten wie die in Köln oder aber- im schlimmsten Fall- Ereignisse wie die in Paris. Durch solche Geschehnisse wächst in der Bevölkerung der Unmut gegenüber den Flüchtlingen. Damit steigt der Rechtsdruck. Xenophobie und Rechtsdruck- die schlimmsten Störfaktoren für gelingende Integration. Versteht ihr? Es ist eigentlich so leicht. Jedenfalls heute Abend, auf dieser Party. Leute, rafft euch auf. Denkt daran: wir sind alle nur verdammte Menschen, die zusammen Fasnet feiern wollen. Ganz. Egal. Woher. Wir. Kommen.
Mein Name ist Tabitha Anna und ich bin 22 Jahre alt. Ich komme aus dem Süden von Baden-Württemberg und liebe es, zu lesen, zu schreiben und zu reisen. Seit Oktober 2019 studiere ich deutsche und italienische Sprach- und Literaturwissenschaft in Freiburg im Breisgau.