NANOWRIMO GESCHAFFT

Kategorien Kurzgeschichten

Leute? Ich habs geschafft! 😀

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Hinter mir liegen 30 Tage voller Qualen, Anstrengungen, Verzweiflungsanfälle, Writing-Flows, Höhen und Tiefen, und letztendlich ist es vollbracht: Ich habe 50 000 Wörter in nur einem Monat von meinem Kopf auf mein Word-Dokument gebracht. 50 000 Wörter, das sind ungefähr dreieinhalb DIN-A 4 Seiten pro Tag. Was sich erstmal anhört wie eine kleine, nette, machbare Zusatzaufgabe, hat sich im Laufe der Zeit zu einem Horrorszenario entwickelt.

Es gab Abende, da war ich so müde, dass ich schon fast im Halbschlaf geschrieben habe, und ja, es gibt Sätze, von denen weiß ich nicht mehr, was sie bedeuten sollen, weil ich sie praktisch schon im Traum getippt habe .Ich habe an meinem Schreibtisch geschrieben, in meinem Bett, auf dem Schaukelstuhl und in der Küche. An einem Tag habe ich sogar den Schreibtisch umgestellt, nur um die alltägliche Routine zu durchbrechen. (Meine Schwester ist sich seitdem dann übrigens sicher, dass sie mit ihrer jahrelangen Vermutung ins Schwarze getroffen hat: Ich bin einfach nur verrückt!) Mein Laptop durfte nette Ausflüge zu meiner Cousine unternehmen, die meinen Schreibfluss natürlich nuur positiv beeinflusst hat, und so manches Mal musste er auch damit leben, dass ich ihn frustriert und ganz und gar nicht sanft zu geklappt habe. Ich  habe Unterrichtsstunden damit verbracht, Plot-Planungen zu machen, meine linke Nebensitzerin mit den Problemen und Freuden meiner Protagonistin vollgelabert, und reale Menschen um mich herum aufs Genaueste inspiziert, um sie in irgendeiner Form authentisch in meinem Roman auftreten zu lassen. Wenn ich im Bus die Lieder gehört habe, die ich eigens für meine Protagonisten herunter geladen habe, bin ich ganz schwärmerisch und sehnsüchtig geworden, was alle meine Mitmenschen dazu veranlasst hat, meiner Schwester aus tiefstem Herzen zu glauben, als sie das mit der Verrücktheit an den Tag gebracht hat. Es gab Tage, da lief das Schreiben perfekt, und ehe ich mich versah, hatte ich 2000 Wörter zusammen. Dann wieder brauchte ich für eineinhalb Seiten über eine Stunde, aktualisierte im Drei-Sekunden-Takt die Wörterzahl und konnte es einfach nicht glauben, wie viel ich noch schreiben musste. Und es gab Tage, da konnte ich den ganzen Tag nicht schreiben, weil ich nicht zuhause war. Am Ende sind alle meine Puffer verbraucht gewesen, aber die Anzahl war genau richtig 🙂

Zu der Schlafbilanz der letzten 30 Tage nur so viel: nicht gut, gar nicht gut 😀

Aber ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass es im Dezember besser wird. Wo bis heute noch die Schreib-Stunde war, da ist morgen schon das Franz-Lernen, oder Facebook, oder Youtube, oder oder oder. Und wer weiß, vielleicht hat sich mein Körper mittler Weile auch schon daran gewöhnt, mit weniger Schlaf auszukommen…ich würde es auf jeden Fall sehr begrüßen.

NaNoWriMo hat mir so viel gebracht, das kann ich euch gar nicht sagen. Nicht nur dass ich es nach anfänglichen Schwierigkeiten wirklich  geschafft hatte, meinen inneren Editor auszuschalten, auch sonst war es eine unglaubliche Erfahrung, und hat mir gezeigt, wie schwer es doch tatsächlich ist, ein Buch zu schreiben. Plotten ist ja so anstrengend, Leute, ich habe langsam das Gefühl, in einer Parallelwelt zu leben. Aber in dieser Parallelwelt lebe ich mit Amelia und Rico, meinen allerliebsten Lieblingsprotagonisten auf der Welt (jetzt fange ich schon an, nicht vorhandene Menschen zu grüßen, ich glaube, meine Schwester hat doch recht…), und deswegen finde ich es gar nicht so schlimm. Jedem, der sich überlegt, nächstes Jahr mitzumachen, kann ich nur sagen: JA JA JA! Versucht es! Ihr könnt es schaffen! Ich war zum allerersten Mal dabei, habe noch nie etwas vergleichbares gemacht und hatte eigentlich auch nie den festen Glauben, es schaffen zu können. Und voila: Hier bin ich!

Ich werde es fast ein bisschen vermissen, dieses abendliche Schreiben, aber erstens bin ich mit meinem Roman sowieso noch nicht fertig (ich denke so 30 000 Wörter werden schon noch dazu kommen), und zweitens habe ich ja auch noch diesen Blog, der jetzt vielleicht auch ein bisschen aktiver sein wird. Nach dem Schreiben ist schließlich vor dem Schreiben, oder?

Glückwunsch an alle Nanos da draußen, egal ob ihr 50 000 Wörter habt oder 5, wir sind alle Gewinner 🙂

Bis bald, euphorische Grüße!

 

Mein Name ist Tabitha Anna und ich bin 22 Jahre alt. Ich komme aus dem Süden von Baden-Württemberg und liebe es, zu lesen, zu schreiben und zu reisen. Seit Oktober 2019 studiere ich deutsche und italienische Sprach- und Literaturwissenschaft in Freiburg im Breisgau.