Der Zauber der Mainacht

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Hallo Welt da draußen!

Unglaublich aber wahr, eine Woche ist vorbei, und sollte jemand schon den Knopf gefunden haben, mit dem sich die Zeit ein kleines bisschen verlangsamen lässt: sagt mir bitte bitte Bescheid!! Diese Woche war eigentlich so voll von neuen und guten Sachen, dass ich ihr glatt einen eigenen Blogpost widmen könnte. Weil das für euch aber eher geht-so-interessant wäre, hier die Kurzfassung: meine Cousine und ich haben uns endlich in der Fahrschule für BF17 angemeldet, und diese Woche auch schon die ersten beiden Theoriestunden absolviert. Den ersten Test haben wir auch schon bestanden- den Sehtest 😀 Seitdem achte ich auch viel mehr darauf, was meine Eltern alles machen, wenn sie Auto fahren, und ich freue mich schon megaa, wenn ich meinen Führerschein endlich in der Hand habe!

Außerdem war diese Woche noch SMV- Tag, ein Tag für die SMV, an dem bisher passiertes besprochen wird und die restlichen Aktionen für das Jahr geplant werden. Es war ein wirklich lustiger, produktiver Morgen und ich bereue es einfach keine Sekunde, in die SMV gegangen zu sein (an alle Leute meiner Schule: tut es!)

Jaaa, das war so meine Woche, aber worauf ich eigentlich herauswill: es war die Woche vor DEM Wochenende, das Wochenende mit DER Nacht: der Maiennacht.

Theoretisch ist die Nacht von Samstag auf Sonntag eine ganz normale, ein Monatswechsel wie er elf Mal im Jahr passiert. Aber wenn man wie ich auf dem Land und am besten noch auf der schwäbischen Alb lebt, dann ist die Maiennacht noch sooo viel mehr.

Als Kind war sie für mich immer das größte Highlight, gleich nach der Fasnet natürlich. In der Dämmerung wird bei uns auf dem Dorfplatz jedes Jahr der Maibaum gestellt, der im Voraus von den Jungs im Ort hergestellt wird. Das Stellen sieht dann ungefähr so aus:

maibaumIst das mit vereinten Kräften geschafft, gibt es Essen und Trinken. In der ersten Nacht wird Nachtwache gehalten oder man stellt Autos um den Baum herum, denn leider gibt es die traurige Tradition, die Bäume benachbarter Gemeinden zu fällen- wozu auch immer das gut sein sollte 🙂

Ist die Nacht überlebt, steht der Maibaum dann noch bis Anfang Juni auf dem Dorfplatz und sieht einfach gut aus.

kirche maibaum

 Nach dem Maibaumstellen ging es für uns damals erst richtig los. Denn eine weitere Tradition in der Maiennacht ist das „Bossen anstellen“, auch Maistreiche genannt. Wir hatten natürlich immer richtig krass kreative Einfälle, muss ich schon sagen, aber leider wird auch oft einfach Rasierschaum, Ketchup und Klopapier im ganzen Ort verteilt. Ich weiß noch ganz genau, wie sehr ich es zu Grundschulzeiten genossen habe, mit meinen Freunden durch das Ort zu ziehen und Streiche zu machen, und wenn man dann wieder an den Dorfplatz gekommen ist, war da immer noch etwas los, im Zelt oder um den Maibaum herum. Irgendwie ist es, als wäre in dieser Nacht alles anders als so, als würde in dieser Nacht niemand schlafen und das ganze Ort auf den Beinen sein. Was realistisch gesehen natürlich totaler Schwachsinn ist, und meine Mutter regt sich Jahr für Jahr auf , weil sie praktisch unser ganzes Grundstück einräumen muss. Sonst kommt es nämlich schnell mal vor, dass man die Rutsche auf dem Kreisverkehr am Ortsausgang wiederfindet, oder die Keramikgänse auf einer Verkehrsinsel fünf Straßen weiter.

Also vermutlich versteht niemand so ganz, wieso ich so verrückt nach dieser Nacht bin ( Willkommen im Club, ich auch nicht), aber Fakt ist, ich freue mich wirklich, dass es morgen wieder so weit ist.

Tijaa, zum Bossen anstellen bin ich dann aber doch irgendwie zu alt geworden. In einem Dorf in der Nähe steigt das fulminante MAIFEST, aber ehrlich gesagt, mir sind die 7,50 Euro schon fast zu viel, um in einem engen Festzelt in den Mai zu feiern, und so bleibe ich dieses Jahr einfach mal bei uns im Ort und gehe mit meinen beiden Lieblingscousinen zum „Tanz in den Mai“-Fest.

Und weil ich so obsessed bin von dieser Nacht, könnt ihr euch jetzt schon mal darauf einstellen, dass in den nächsten Tagen noch weitere Beiträge dazu kommen werden- rette sich wer kann 😉

Was auch immer ihr dieses Wochenende macht, ich wünsche euch viel Spaß und wenig Regen!

Mein Name ist Tabitha Anna und ich bin 22 Jahre alt. Ich komme aus dem Süden von Baden-Württemberg und liebe es, zu lesen, zu schreiben und zu reisen. Seit Oktober 2019 studiere ich deutsche und italienische Sprach- und Literaturwissenschaft in Freiburg im Breisgau.