CHAPTER THREE | März 2017

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Der dritte Monat des Jahres ist vorbei! Das geht mir gerade fast ein bisschen zu schnell, euch auch? Und obwohl der März nicht zu meinen liebsten Monaten erzählt, obwohl das Wetter mal so und mal so war und die Schule meistens stressig, kann ich aus voller Überzeugung sagen es war ein guter Monat!

Der erste März war gleichzeitig auch der erste Tag nach der Fasnet – also prinzipiell ja mal ein Scheiß-Tag. Viel schlimmer war aber, dass die Fasnetsferien für uns dieses Jahr ausgefallen sind, wir saßen also alle am Donnerstag nach Aschermittwoch wieder brav und mehr oder weniger fit im Unterricht. Bleibt die Frage ob wir zumindest nüchterner waren als die Woche zuvor, aber ich denke ja 😉 Die Schule tat natürlich als wäre sie nie weggewesen, und die zwei Tage bis zum Wochenende wirkten fast wie 12. Am Freitag Abend habe ich dann zum allerersten Mal meine kleine Cousine aus Nürnberg gesehen, die jetzt schon zwei Monate alt ist, damals war sie einen Monat alt und ich habe sie soo lieb! Sie zu sehen war ein sehr schöner Moment und bald ist schon ihre Taufe. <3

Nach dem Besuch bei meiner Oma hieß es dann cruising down to Burla City, wo wir einen reinen Mädelsabend veranstaltet haben, – nachdem wir das Haus gefunden haben 😉 Es gab Pizza und viiiel zu bereden, über Calella und den Rest der großen weiten Welt. Da sag ich nur #Wiederholungsbedarf 😀

Trotzdem muss ich sagen dieses erste Wochenende ohne Fasnet war sehr deprimierend. Es ist ja nicht nur das Weggehen und die Musik was gefehlt hat, aber einfach die Tatsache dass nichts ist, dass es keinen Grund mehr gibt nichts lernen zu können und dass das soziale Leben doch sehr leidet, wenn es keinen festen Treffpunkt mehr gibt. Daran durften wir uns fürs Erste gewöhnen und so fiel es uns schon leichter, die stressigen Wochen zu überleben.

 

Schule, Schule, Schule. Zwischenzeitlich hatte ich wirklich das Gefühl, da ist nichts mehr anderes, und die Arbeit hört einfach nie auf. Wenn wir uns schon morgens im Oberstufenraum treffen wenn wir eigentlich erst mittags Schule hätten, nur um irgendwie den Lernstoff zu kapieren, dann läuft – zumindest bei uns – irgendetwas falsch.

Und dann gab es da noch große Krisen, wie diese hier. Das Vesper geht nicht in die Dose – geht es eigentlich noch schlimmer????

Kurzfristig Ablenkung brachte Half Broke Horses , das Sternchenthema im Englisch-Abi, das wir uns als Theater-Form ansahen.Dass das Ganze auf Englisch war, hat uns erstmal ETWAS irritiert (Oh mein Gott Englisch???), aber yes, wir wissen jetzt  auch dass es dabei nicht um halb gebrochene Pferde geht, auch nicht um die gruselige alte Frau sondern eher um ihre jüngere Version und ihre interessante Schwester Helen. Für alle die noch überlegen, zur nächsten Theater-Vorführung (Balingen in circa einem Jahr 😀 ) zu gehen, ich kann es nur empfehlen, schon alleine weil einer der Schauspieler sämtliche Tiergeräusche imitieren kann und damit absolut sehenswert ist:D

Das waren drei wundervolle Stunden in denen wir vergessen konnte, was sich in schnellen Schritten näherte: MATHE KLAUSUR. Ich habe selten so viel auf eine Klausur gelernt wie dieses Mal, war logischerweise auch selten so verzweifelt und habe das eine oder andere Mal mit Blättern um mich geworfen vor lauter Verzweiflung 😀 Ich glaube hätte ich nicht ein paar Leute gehabt, die mich mit freundlichen Worten auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt haben („Alter jetzt heul mal nicht rum du kannst wenigstens Deutsch!“), wäre ich vollends durchgedreht. Schule abbrechen klang plötzlich so verlockend!

Wie auch immer, wir haben es alle geschafft. Es wäre so schön gewesen, das mit einem Fest am Wochenende zu zelebrieren, aber wo Fastenzeit ist, da ist kein Fest und so mussten wir leider auf den Trödler zurückgreifen. Was nüchtern, sage ich euch, eine äußerst interessante Erfahrung ist, aber dazu schreibe ich einen eigenen Blogpost wenn die Alkoholfasterei an Ostern beendet ist.

Dieses Wochenende schloss mit einem wunderschönen Abendspaziergang ab, bei dem ich mal wieder nicht auf meine Kamera verzichten konnte und es sind so schöne Ergebnisse dabei heraus gekommen.

Am Montag den 20. März habe ich dann meine erste Französisch-Nachhilfestunde gegeben und das schreibe ich eigentlich auch nur hier rein weil meine Freunde meinen, ich wolle das überall herumerzählen, weil ich das so toll finde. Hier habt ihrs:D Ich bin aber im Ernst froh, diese Möglichkeit zu haben, denn mit dem eingenommenen Geld kann ich meine Zug-/Busfahrt nach Dieppe im Sommer finanzieren, damit ich endlich Marine wiedersehe! Und ganz abgesehen davon schadet es mir auch nicht, mir ein paar grundlegende Französisch-Grammatikregeln noch ein Mal anzusehen…

Ab Donnerstag dem 24.03. wurde mir im Unterricht selten langweilig, denn ich konnte einfach immer denken: Ach, was habe ich denn gerade vor einem Jahr gemacht? Dann habe ich nämlich an China letztes Jahr zurückgedacht und immer noch fünf bzw. sechs Stunden plus gerechnet, wegen der Zeitverschiebung. KEINE AHNUNG ob das von der Logik her gestimmt hat, wenn ich länger als drei Sekunden darüber nachdenke kriege ich Kopfweh:D Diese Gedanken waren verbunden mit viiiel Sehnsucht und Melancholie aber auch Dankbarkeit, und als ich gestern in Spanisch auf die Uhr gekuckt habe und mir klar wurde Okay, vor einem Jahr um die Zeit hat gerade der berühmt-berüchtigte, nie vergessene China-Virus Einzug gehalten, da war ich echt glücklich, im Hier und Jetzt zu sein 😀

Im Hier und Jetzt säbele ich fröhlich weiter an meinem Gipsblock, der irgendwann mal was werden soll und verziere dabei fleißig meine Umwelt mit dem feinen weißen Staub, der einfach nicht mehr weggeht- aber hey immerhin hinterlassen wir unsere Spur in den Gängen dieser Schule! 😀

Das Hier und Jetzt brachte mich außerdem letzten Freitag nach Tübingen und Stuttgart, zu jeweils einer Ausstellung zum Thema Frankophonie. Schüttelt alle die Köpfe, moi j´étais trés interessé et j´ai hate de venir á la France!!!

Der Samstag den 25.03.2017 ist einer meiner liebsten März-Tage, ich habe lange darauf gewartet und endlich war es soweit: es war das Pfizela-Vortreffen. Durch die verhängnisvolle Studienfahrt nach Sizilien im Mai ist es mir ja leider nicht möglich, am diesjährigen Pfingstzeltlager teilzunehmen (unendliche Trauer die sich mit Smileys gar nicht ausdrücken lassen), deswegen bin ich umso dankbarer, dass ich in die Vorbereitung trotzdem miteinbezogen werde. Endlich habe ich alle wiedergesehen, die so lange so weit weg waren (oder aber sie wohnen fünf Minuten entfernt und man sieht sie trotzdem nie). Es wurde sehr viel geplant, diskutiert und erfunden und natürlich fand ich es immer noch schlimmer, nicht da sein zu können.

Viele meiner Freunde haben zu mir gesagt: „Ist doch nur ein Zeltlager“ und „Sizilien ist doch tausendmal besser“, aber nein das ist es nicht, denn in diesem Zeltlager auf einer Waldlichtung fünf Minuten weg von mir zuhause fühle ich mich einfach am allerwohlsten, mit den besten Zeltlagerfreunden die man sich wünschen kann. Mir egal wenn keiner das versteht, reicht ja wenn ich es tue- und das ist felsenfest.

Als wir da so im Restaurant saßen, genau wie am allerletzten Abend des Zeltlagers nach dem Abbauen, kam es mir vor, als wäre das gestern gewesen, und das ist tröstlich, weil ich weiß die Zeit kann so schnell vergehen und bald, bald sitze ich auch wieder am Lagerfeuer. Ich hoffe es!

Am Sonntag war Abendspaziergang 2.0 angesagt, der zählt auch zu den schönsten Märzmomenten, deswegen an dieser Stelle gar nicht mehr dazu.

Diese Woche ist nicht allzu viel passiert, es war einfach Schule, aber der März geht heute mit einem sehr schönen Tag zu Ende. Erstens mal: es ist der ERSTE Freitag des Schuljahres ohne Mittagsschule!!!! Das fühlt sich so gut an, das glaubt ihr gar nicht. So gerne ich  meinen Freitagmittag damit verbringe, eine Stammzelltransplantation zu verstehen und besser Französisch zu sprechen, nichts geht über das Gefühl, genau wie alle anderen einfach mal FREI zu haben. Ich habe den Mittag bei meinem Patenkind verbracht, das eindeutig mehr Energie hatte als ich und die ganze Zeit im Garten rumgetobt ist. Zwar bin ich bei ihm immer noch „Bathi“ statt „Bitha“ (mein Spitzname bevor Tabbi die Überhand bekam 🙁 ), aber das kann er gerne zu mir sagen. Ich liebe ihn!

 

Gegen Abend bin ich dann mit meiner Cousine nach GTG City gefahren, denn dort ist heute ein ganzer Bus Spanischer Gastschüler angekommen. Die wohnen jetzt für eine Woche hier in der Gegend in Gastfamilien um unsere Schule, die Gegend und die Sprache kennenzulernen. Ich habe leider keinen Gastschüler, dafür aber ein paar meiner Freundinnen und ich bin froh, so auch ein bisschen was mitzukriegen! Eins steht fest, Spanier sind eindeutig anders drauf als Deutsche und ich bin sehr gespannt, was diese Woche bringt. Diese Erkenntnisse landen dann in CHAPTER FOUR- ahh, die Zeit rennt!!

Wie schon gesagt zählte ein spontaner Sonntagsspaziergang mit meiner Schwester und meiner besten Freundin schon zu den schönsten Momenten, einfach weil wir zusammen waren und die Sonne unterging und wir über irgendeinen dämlichen Witz lachten. You are my comfort Zone!

Auch das Wiedersehen mit den Pfizela-Leuten war einprägsam und unvergesslich, danke dafür!

Und ansonsten? Im März 2016 waren es die großen Momente. Landeanflug auf Shanghai. Der letzte Schritt auf einen Berg im chinesischen Südgebirge. Lift at its fullest. Dieses Mal ist es ein Mosaik aus kleinen Dingen, am allermeisten aus den Momenten in der Schule, in denen wir einfach nur gelacht haben wegen irgendetwas Sinnlosem.

Und aus Tradition folgt nun ein Bild von mir am Steuer. Seit diesem Monat fahre ich auch mit meiner Oma als Begleitperson und ihrem Schaltwagen als krasser Kontrast zum Deluxe-Fahrschulauto, wo das Auto schon losfuhr wenn man minimal die Kupplung kommen gelassen hat. Kleine Umstellung, aber es macht mir immer noch so Spaß!!

Den schlimmsten Moment des Märzes kann ich sehr genau benennen, auch wenn er eigentlich nicht schlimm an sich ist. Es war einfach der Mittwoch vor der Mathe-Klausur, an dem ich das Gefühl hatte absolut nicht mehr weiter zu können. Ich hatte die Tage davor schon so viel gelernt und trotzdem sah ich kein Ende, verstand keine Aufgabe und schlief nebenbei fast ein vor lauter Schlafmangel. Das klingt wirklich übertrieben, aber ich war da kurz vor dem Heulen und dachte: wie soll das weitergehen? Wie zur Hölle schreibe ich Mathe-Abitur?

Aber wie ich ja schon gesagt habe, da gab es genug Menschen die mich ganz schnell wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht haben, und sie haben verdammt nochmal recht. Es war NUR eine Matheklausur und ich kann das Fach gut ausgleichen. Und wenn ich ihnen nicht geglaubt hätte, wenn ich mich dem Leistungsdruck weiter hingegeben hätte, hätte ich ja meinem eigenen Prinzip widersprochen, das ich hier lang und breit erklärt habe 😀

  • Same sea – LIGHTS
  • Today – Williamette Stone
  • City Lights- Blanche
  • Dein Lied – Kraftklub
  • Jeune – Louane
  • Giants- Take that
  • Through the eyes of a child – Reamonn
Mein Name ist Tabitha Anna und ich bin 22 Jahre alt. Ich komme aus dem Süden von Baden-Württemberg und liebe es, zu lesen, zu schreiben und zu reisen. Seit Oktober 2019 studiere ich deutsche und italienische Sprach- und Literaturwissenschaft in Freiburg im Breisgau.