CHAPTER ONE | Januar 2017

Kategorien Tagebuch

Heute ist der 01. Februar 2017 und ich bin offiziell zu den Mainstream-Bloggern konvertiert. Ich habe schon öfter überlegt, diese Monats-Rückblicks-Rubrik einzuführen, die auch viele andere Blogger haben, und die letzten Wochen war es einfach immer wieder so, dass kleinere Ereignisse passiert sind, für die sich ein eigener Blogpost nicht gelohnt hätte, aber gar nichts schreiben wollte ich auch nicht und und und. Deswegen starte ich an dieser Stelle die CHAPTER Reihe, und CHAPTER ONE ist bereits vorbei, also los geht´s 😉

Streng genommen ist Silvester im Dezember und damit längst Vergangenheit, aber irgendwie war es ja auch der Beginn von 2017 und außerdem bereits ein echtes Highlight.

„Was machen wir an Silvester?“ war so circa seit November unser Standardsatz, bis wir es uns irgendwann gar nicht mehr getraut haben, weil das Thema immer auf Aggressionen gestoßen ist. Wir waren circa 30 Leute aus der Stufe plus ein paar mitgebrachte Freunde, und es dauerte ziemlich lange bis wir schließlich eine geeignete Location gefunden haben. Kurz davor fiel wie jedes Jahr der Satz: „Aber nächstes Jahr fahren wir weg an Silvester!!!“ (was sowieso nie passieren wird), aber dann wurde der Abend doch noch sehr cool. Um 00:00 fielen wir uns um den Hals und jubelten und sagten uns, dass 2017 ein gutes Jahr werden würde. Bisher hatte ich daran irgendwie Zweifel, einfach weil 2016 so perfekt war, aber solche Vorhersagen sind sowieso Schwachsinn und so glaube ich einfach daran: 2017 wird ein gutes Jahr!

Am nächsten Morgen, nach einer sehr sehr kurzen Nacht war dann Aufräumen angesagt. Irgendwie war es sogar da noch total witzig, wir haben die Musik angemacht und zusammen das ganze Haus geputzt, wobei manche weniger und manche mehr geholfen haben, und einige haben sogar ihre wahre Berufung entdeckt: Pippi Langstrumpf! Danach gingen wir dann alle noch mal schlafen – dass wir das bitternötig haben muss ich wohl kaum erwähnen.

Alles in allem war es ein sehr schönes Silvester mit dem ein oder anderen Abenteuer – aber alle Bäume stehen noch und Lichterketten werden so oder so überbewertet 😉

Nach Neujahr setzte erst einmal die Unproduktivität des Jahrhunderts bei mir ein, eine Phase in der Homo Faber leider gänzlich unberührt blieb und mir die Declaration of Independence 1776 ungefähr so nahe war wie Nordamerika selbst. Zum Glück fand zwischendurch noch ein Mittagessen bei Verwandten und der 18er eines Kumpels statt.

Am 07. Januar war der erste Gardeauftritt dieser Fasnet bei einem Show-und Marschtanzwettbewerb und ihr könnt mir glauben, dass ich selten in meinem ganzen Leben so aufgeregt war. Die Ansprüche waren einfach viel höher als in den letzten Jahren, alleine der Anblick der Jury machte mich komplett nervös und dass ich mich in den Tagen davor komplett überdehnt hatte machte es auch nicht besser. Letztendlich funktionierte aber alles genauso wie es sollte und ich verbrachte einen wunderschönen Abend mit meinen besten Freunden, was die (nicht vorhandene) Platzierung am Ende des Wettbewerbs komplett in den Hintergrund rücken ließ.

Ein Tag später, am 08. Januar, war ich zum 10. Mal in meinem Leben Sternsinger, naja zumindest so halb, denn aus den bunten Gewändern und Kronen bin ich dann doch schon ein bisschen herausgewachsen. Mit 7 Jahren zog ich zum ersten Mal singend durch unser Ort – ich kann das immer noch nicht glauben. Die Sternsinger waren und sind ein wichtiger Bestandteil des Jahres, ich habe es immer gerne gemacht und bin beeindruckt von der Summe an Spenden, die dadurch jedes Jahr für Kinder auf der ganzen Welt gesammelt wird. Das war also mein 10. Mal, ich weiß nicht was nächstes Jahr wird, weil 10 eigentlich mein Ziel war, aber um das zu überdenken habe ich ja jetzt circa 325 Tage Zeit 😉

Direkt im Anschluss an das Sternsingen ging es für meine beste Freundin Lea und mich in die Kreisstadt zum Neujahrsempfang,  denn das Zeltlager in dem wir 2016 zum ersten Mal Hilfsbetreuer waren, wurde dieses Jahr mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Und das mit gutem Grund, denn jedes Jahr opfern circa 40 Erwachsene ihre Urlaubstage, nur um uns ein sechstägiges Zeltlager ermöglichen zu können. Wie toll das immer ist, ist hier nachzulesen und ich kann gar nicht sagen wie schade ich es finde dass das Pfizela 2017 nicht Teil meines Lebens sein wird.

Nach diesem Abend folgte am nächsten Morgen ein etwas weniger erfreuliches Wiedersehen: die Schule. Damit war die ereignisreiche Zeit dann auch erst einmal vorbei und es folgte der übliche Schulalltag, was aber auch nicht ganz so schlecht war. Wir brachten die letzten Klausuren des Halbjahrs hinter uns, genossen einige Freistunden und hatten einfach den ganz normalen Wahnsinn, wobei auch noch der eine oder andere Witz über Silvester fiel.

Am Samstag den 14. Januar fand endlich endlich der langersehnte erste Nachtumzug statt, der vermutlich noch toller gewesen wäre wenn ich nicht den ganzen Abend als Springer hinter der Bar gestanden wäre. Aber der erste Umzug der Fasnet fand nunmal in meinem eigenen Ort statt und da gibt es keine Ausreden. Trotzdem- letztendlich war es eine perfekte Nacht, und auch das Abbauen im Schneesturm des Jahrhunderts am nächsten Tag haben wir irgendwie geschafft. Das ist es eben was ein Dorf ausmacht- Zusammenhalt und die Tatsache, dass man mit vereinten Kräften Großes schaffen kann.

Am Montag absolvierte ich bei circa -15 Grad aber strahlendem Sonnenschein meine Autobahnfahrt, und es war ein mega cooles Gefühl so schnell über die Straße zu heizen. Ich hätte das zu Beginn meiner Fahrschulzeit nie gedacht, aber irgendwie bin ich wirklich eine Raserin, die man eher bremsen als antreiben muss. Und ich dachte immer, ich würde bestimmt permanent mit 3o über die Landstraßen fahren 😀 Kaum war ich an diesem Tag zuhause, bekam ich eine E-Mail von der Jugendliteraturwerkstatt Graz, und ich bin ausgerastet vor Freude!! Ich habe es beim europäischen Literaturwettbewerb mit dieser Kurzgeschichte unter die 11 erwähnenswerten Geschichten geschafft!! Damit hätte ich nie gerechnet und es freut mich immer noch, wenn ich daran denke. Dieses Jahr werde ich auch wieder an einer Sommerschreibzeit in der Nähe von Graz teilnehmen und ich freue mich schon, in meinem Blog davon zu schreiben 🙂

Auch in den folgenden Tagen blieb es sibirisch kalt, und uns entfiel gefühlt jegliche Unterrichtsstunde, sodass unser Hauptaufenthaltsort eigentlich das Café Mahl war. Wobei wir auf dem Weg jedes Mal fast erfroren und uns wie in einer verlassenen russischen Geisterstadt fühlten. Tödliche Schönheit sagte mein Fahrlehrer einmal, als wir auf einer Strecke mit gefrorenen, in der Sonne glitzernden Bäume gefahren sind. Ich denke besser kann man das auch nicht beschreiben.

Generell fuhr ich zu dieser Zeit ziemlich oft mit der Fahrschule, und auch wenn ich die Augen davor am liebsten verschlossen hätte, wurde mir nach und nach klar, dass es jetzt langsam an die Prüfung ging. Meine theoretische Prüfung lag immerhin schon ganze 5 Monate zurück. Also vereinbarte ich mit meinem Fahrlehrer einen Prüfungstermin am 08. Februar und alles war mehr oder weniger gut und ich dachte, dass ich das schon irgendwie schaffen würde.

Dann passierte am 25. Januar etwas verrücktes, ich hatte eine Fahrstunde und war gerade losgefahren, als mein Fahrlehrer so anfing: „Am Freitag kommt soo ein toller Prüfer blablabla…ein Traum von Prüfer…und jetzt sind zwei krank geworden die da Termin gehabt hätten…“ Ich nickte bedauernd mit dem Kopf und sagte, dass diese Grippewelle aber auch vor niemandem Halt machte und wie Leid mir das täte und und und…Da sah er mich an und sagte: „Du weißt was ich dir damit sagen will oder?“ Tijaaa und dann gab es kein Zurück mehr, plötzlich war meine Führerscheinprüfung ÜBRERMORGEN und ich weiß nicht mal, ob ich das zu diesem Zeitpunkt so wirklich realisiert habe. Ich fuhr dann an diesem Tag auch wirklich perfekt, besonders seitwärts einparken war und ist meine absolute Spezialität, die Gefahrenbremsung klappte auch ohne weiteres, sodass ich am Abend dachte: „So schlimm wird es schon nicht werden.“ Tja, und dann lag ich die ganze Nacht schlaflos im Bett und konnte mir selbst nicht erklären, wovor ich denn so Angst hatte, ich hatte vorher selber nie verstanden wie sich manche so verrückt machten. Ich war also selber kein Haar besser, und zur Krönung setzte ich die nächste und letzte Fahrstunde am nächsten Tag dermaßen in den Sand. Einparken? Noch nie gehört!! Rechts vor Links? Kann man schon mal übersehen. Und was ist so schlimm wenn ich die eine oder andere Kurve schneide? Das war Heulanfall Nummer 2 im Fahrschulauto (den ersten hatte ich schon vor zwei Monaten als ich mal fünf Mal hintereinander im 3. Gang anfahren wollte ohne es zu merken) und ich war mit den Nerven am Ende. Von dem Zeitpunkt an war ich mir zu 10000 Prozent sicher dass ich durchfallen würde, was den Vorteil hatte dass ich am Abend absolut entspannt war und nach circa zwei Sekunden einschlief. Auch am nächsten Morgen marschierte ich nahezu tiefenentspannt zum TÜV, während ich bei der Theorieprüfung damals wie blöd gezittert hatte. Tja was soll ich sagen, 45 Minuten später hatte ich meinen Führerschein in der Hand. JA! ICH HABE BESTANDEN! 45 Minuten in denen ich seitwärts einparkte, rückwärts einparkte, umkehrte und eine Gefahrenbremsung absolvierte, ohne auch nur eine Sekunde zu glauben dass ich es schaffen würde. Zum Ende hin war es dann auch noch wirklich knapp, weil ich mich geistig wohl schon etwas frühzeitig verabschiedet habe, aber ich bin beim TÜV angekommen ohne dass die gefürchtete Fahrlehrerbremse ertönt oder der berühmt-berüchtigte Satz gefallen ist: „Wir fahren dann jetzt doch schon zurück.“ Nachdem ich das Auto parkfertig abgestellt hatte, sagte der Prüfer nur so: „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben bestanden!“ Und dann holte er Luft und ratterte eine Liste an Fehlern runter, die ich während der Fahrt gemacht habe, von dem ich leider keinen einzigen mehr weiß, weil ich in dem Moment sooo glücklich war!

Jetzt ist das schon beinahe eine Woche her, und ich kann es immer noch 0,0 realisieren. Ich bin schon ziemlich oft gefahren, die Nerven meiner Eltern sind so gut wie am Ende und auch meine Freunde sind sich noch nicht ganz so sicher, ob man mir als Fahrer wirklich vertrauen kann, aber hey das wird alles und jetzt heißt es Tage zählen, bis ich ENDLICH 18 bin und der Schulbus für mich Geschichte ist!

Gelegenheit, diesen Erfolg zu feiern gab es genug, denn direkt am Freitagabend begann das Ringtreffen des Alb-Lauchert-Rings. Ich weiß dass nicht alle nachvollziehen können, was an der Fasnet denn wirklich so toll ist, und ich denke das muss man auch gar nicht. Fakt ist, für uns waren es drei unvergessliche Tage. Das Ringtreffen ist sowas wie ein Festival im Winter, eine Reunion sämtliche Narren aus dem ganzen Umkreis. Am Freitagabend stehst du da und weißt, du kommst am Samstag wieder, am Samstag stehst du da und weißt du kommst am Sonntag wieder, naja und am Sonntag bist du dann einfach nur tot und sehnst dich nach deinem Bett 😀 Aber das ist es wert und um es in den Worten meiner Freunde auszudrücken es war einfach Eskalatioooon. und SDP scheint sein Lied auch eigens für das Ringtreffen geschrieben zu haben, denn keine Beschreibung könnte besser passen als diese:

 

Am Ringabend wurde die allerbeste Freundin auf der Welt 16 Jahre alt und ich war sehr froh, ihre Geburtstagsnacht mit ihr zu verbringen, genau wie sie meine mit mir verbracht hat 🙂 <3
Flieskittel klauen kann ich:P

So schön das Ringwochenende ist, so hart ist es auch, und danach wurde ich leider erstmal krank. Das Gute: circa sämtliche Lehrer auch. So habe ich wenigstens nicht viel verpasst während ich daheim chillte, vor mich hin hustete und den Rest der Welt wahnsinnig machte. Wobei sich meine „FREUNDE“ sowieso sicher waren, dass ich sowieso nur simulierte und ich eigentlich gar nicht krank war. Ihr mich auch 😀

Neben diesen vielen vielen positiven Dingen hatte der Januar natürlich auch einige negativen Überraschungen bereit, und dabei denke ich in erster Linie an – wer hätte es gedacht- die Situation in den USA. Ich Der Tag an dem Donald Trump auf der anderen Seite des Ozeans sein Amt antrat, war jetzt nicht gerade mein favourite day of january, und viel schlimmer als die Amtseinsetzung war natürlich das, was darauf folgte. Nach der Wahl war die Welt ja ziemlich zweigeteilt, viele glaubten zurecht, dass Trump seine Wahlversprechen sowieso nicht in dieser Form umsetzen würde. Im Moment sieht es aber eher so aus, dass Trump fröhlich Gesetze verteilt, darunter eben auch das Einreiseverbot für 7 muslimische Staaten. Mich hat diese Nachricht extrem beunruhigt, und fast noch mehr Angst gemacht hat mir die Reaktion mancher europäischer Politiker, die ein Einreiseverbot für Trump in ihrem Land vorgeschlagen haben. Was wenn sich das hochschaukelt und gegenseitig provoziert? Noch ist nichts sicher, was ich euch aber unbedingt noch zeigen will ist der Facebook-Post der Enternainerin Enissa Amani, die eine doppelte Staatsbürgerschaft hat und ihre US-Tour in diesem Jahr durch den Einreisestopp in Gefahr sah.

https://www.facebook.com/enissa.amani/?hc_ref=PAGES_TIMELINE&fref=nf

Wenn das mit dem Link klappt, könnt ihr hier direkt den Facebook-Post einsehen, ansonsten könnt ihr Enissa auch so auf Facebook suchen und euch den Post ansehen.

Mittlerweile wurden die Gesetze zwar bereits entschärft, sodass Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft weiter in die USA einreisen kann, aber ich finde den Facebook-Post trotzdem sehr gelungen und lesenswert.

Jaa, und jetzt ist auch schon Februar, der zweite Monat von 2017 hat begonnen. Der Januar ist so schnell vorbei gegangen, ich glaube es kaum, und ich weiß nicht wie das weitergehen soll. Es gab Erfolge und Misserfolge, gute und schlechte Tage und Aussichten auf tolle Ereignisse. Zum Beispiel habe ich mit drei Mädels aus meiner Stufe einen Urlaub in Calella gebucht, zwar fahren wir erst in der letzten Sommerferienwoche dahin aber ich freue mich jetzt schon wie verrückt auf Spanien.

Und natürlich auf alles was sonst noch so kommt- im Februar, im März und in ganz 2017. Wir werden es sehen 🙂

SOUNDTRACK OF JANUARY

Mein Name ist Tabitha Anna und ich bin 22 Jahre alt. Ich komme aus dem Süden von Baden-Württemberg und liebe es, zu lesen, zu schreiben und zu reisen. Seit Oktober 2019 studiere ich deutsche und italienische Sprach- und Literaturwissenschaft in Freiburg im Breisgau.