Auf uns | Fasnet 2017

Kategorien Tagebuch

Auf die Zeit, die Anfang Januar begonnen hat und heute, am 28. Februar, zu Ende geht, die Zeit, auf die wir ein ganzes Jahr gewartet haben, und auf die wir wieder warten werden.

Auf jedes Wochenende, das wir zusammen verbracht haben, auf alle vollkommen unverständlichen Fragen: „Kommst du auch?“ Auf das ganze Geld das wir versoffen, verloren oder inform einer nicht eingelösten Geldkarte abgegeben haben.

Auf jeden Abend im viel zu vollen Barzelt, jede unfreiwillige Wodka-Taufe und auf sämtliche Brandblase von fremden Zigaretten. Auf die Augenblicke in denen wir uns geschworen haben: Morgen bleibe ich daheim!- und auf den nächsten Morgen, auf dem Weg zum nächsten Umzug. Auf jeden Kater, von dem wir uns gewünscht hätten, ihn nicht zu haben, und alle Schulnoten, die unter unserer Wochenend-Beschäftigung gelitten haben.

Auf jeden perfekten, perfekten Moment, in dem wir im flackernden Licht in die Luft gesprungen sind, Raum und Zeit vollkommen vergessen, keine Stimme mehr aber immer noch lauthals, alles was nicht wichtig ist vergessen, weil nur zählt dass wir hier stehen und zusammen sind. Arm in Arm, durch die Luft, und- „jaaa leer halt dein Becher auf mir aus!“

If you´ll Need me, I´ll be there, don´t you ever let me down.

Auf alle kleinen und großen Krisen, die hier entstanden und verschwunden sind, auf so manche Skandale und Security-Diskussionen. Auf neu entstandene Freundschaften und voll ausgetragene Rivalität. Auf alle Snapchat-Stories, die am Morgen danach still und leise verschwinden, auf jedes verwackelte, viel zu dunkle Selfie.

Auf die Belohnung für monatelanges Garde-Training, auf Niederlagen und strahlende Siege, die man auch feiern kann, wenn man nicht den ersten Platz gemacht hat. Auf jedes lauwarme Bier, jede durchgemachte Nacht, jede geklaute Jacke und jeden Ohrwurm. Schon wieder diese Scheißmelodie!

Auf uns, die wir für die Fasnet leben:

Egal wie scheiße das Wetter ist.

Egal wie viel wir eigentlich lernen sollten.

Egal dass wir viel Geld dafür ausgeben.

Egal das die Fasnet in Wirklichkeit gar keine Jahreszeit ist.

Auf uns, die wir wissen, dass das alles Besaufen mit Sinn ist – oder auch nicht. Die wir uns Woche für Woche wiedertreffen, uns mit Sprachmemos auf dem Laufenden halten, aus denen nichts dröhnt außer A MANN FÜR AMOREEEEE! und die wir eine Freundschaft teilen, die hauptsächlich auf dem Satz „I zahl dir oin!“ besteht.

Meine Gedanken, mein Herz

mein Leben meine Welt ist der schwerste und heftigste Stock!

Auf diese unvergessliche Zeit, auf uns alle, auf die Fasnet 2017 und vor allem: auf die nächste Fasnet!

FASNET, DU WARSCH SCHEE!!!!! <3

Mein Name ist Tabitha Anna und ich bin 22 Jahre alt. Ich komme aus dem Süden von Baden-Württemberg und liebe es, zu lesen, zu schreiben und zu reisen. Seit Oktober 2019 studiere ich deutsche und italienische Sprach- und Literaturwissenschaft in Freiburg im Breisgau.